Trommeln in Asylzentren

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Für den Herbst 2016 planen Ssassa regelmässige Trommelkurse in Asylzentren mit jugendlichen Flüchtlingen. Wir glauben, dass es eine wunderbare Möglichkeit ist, unter der Leitung von fachkundigen Musikern in Trommel-Workshops Kriegs- und Flucht-Traumata besser verarbeiten zu können. Ergänzend dazu wäre es auch möglich, mittels Gesang und Poesie neue positive Impulse zu geben. Kadir Erdogan, der Trommler von Ssassa, hat bereits erste Erfahrungen gesammelt im Flüchtlingszentrum Turnerstrasse in Zürich und im Kinder- und Jugendlichen-Flüchtlingszentrum Lilienberg. Hier ein paar Eindrücke, wie ich (Christian Fotsch) die 13- bis 17 jährigen Kinder erlebt habe bei ihrer ersten Trommelstunde:

Bereist bei der Ankunft von Kadir Erdogan, der mit 8 Trommeln behangen vom Auto zur Eingangstür ging, wurde er freudig begrüsst. Mädchen und Jungs im Alter von 13-17 Jahren aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und Eritrea halfen ihm spontan beim Ausladen. Schon wenige Minuten später tönten aus dem Büro, wo der Heimleiter und ich eine Planungssitzung abhielten, begeisterte Kinder und Jugendlichen trommeln. Wir beide waren hell begeistert, mit welchem Geschick Kadir die Kinder in den Bann der Musik zog. Sie lernten und spielten gemeinsam Rhythmen aus den entsprechenden Ländern und sangen dazu Lieder in ihren Sprachen. Es war ein Fest der Begegnungen und gegenseitigem Verständnis.

Nach der erfolgreichen Pilotphase plant Kadir Erdogan, der arabisch, türkisch, kurdisch und deutsch spricht, im Herbst 2016 in Zürcher Aslyzentren Kurse für jeweils 10 bis 20 Teilnehmer zu geben. Diese werden primär von Kindern, aber auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen besucht. Gemeinsam taucht diese Gruppe in eine Welt der Musik ein und lässt für eine Zeit lang Sorgen, Ängste und Sprachgrenzen vergessen.
Gleichzeitig erkundigt sich Kadir vor Ort, ob es unter den Flüchtlingen Musiker gibt. Diese werden in den Kurs integriert. Falls die Musiker keine Instrumente auf die Flucht mitnehmen konnten, kommen Ssassa für die Kosten von neuen Instrumenten auf. Dies könnte zum Selbstläufer werden, indem Flüchtlinge selber miteinander musizieren ohne unsere Begleitung.