Rroma

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«75 Rosen»: Musik von Rroma, Sinti und Jenischen – 75 Jahre danach
Ein einmaliges Konzert am 12. September in Zürich

Ssassa Band und ihre Roma-Musik in der Schweiz stehen als interkulturelles Projekt seit Jahren unter dem Patronat der UNESCO. Dieses Jahr veranstaltet Ssassa zusammen mit  Markus Reinhardt aus Köln am 12. September einen besonderen Konzerttag in Zürich. Das Ereignis steht im Zeichen der 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz und im Gedenken an die Roma- und Sinti-Opfer im Nationalsozialismus.

Ein ernster Kontext – und ein Tag der mitreissenden Musik und Lebensfreude. Das Konzert «Rroma» am 12. September in der Alten Kaserne in Zürich basiert auf einem einmaligen und eindrücklichen Konzept: Die Roma-Formation Ssassa aus der Schweiz trifft auf Sinti Swing-Jazz des Markus Reinhardt Ensembles aus Köln mit dem virtuosen Geiger Markus Reinhardt. Zwei herausragende Musikgruppen mit exzellenten Musikkünstlern sorgen für ein einzigartiges Kulturereignis.

Im Zeichen der Versöhnung und der Lebensfreude

Vor 75 Jahren kehrte der Grossvater des Violinisten Markus Reinhardt mit weiteren überlebenden Familienmitgliedern zu Fuss von Auschwitz nach Köln zurück. Für Markus Reinhardt, Grossneffe von Django Reinhardt, ein Grund, das Überleben musizierend und versöhnend zu feiern. Und dies, ohne eine Opferrolle zu zelebrieren, sondern im Sinne des Weiterlebens der eigenen Kultur und des eigenen Musiklebens.

Diese Haltung wird von der Musikgruppe Ssassa, geleitet von Christian Fotsch, geteilt. Ein Teil ihrer Roma-Musiker, so der brillante Trompeter Denis Zekirov, hat ebenfalls Familienmitglieder in der nationalsozialistischen Zeit verloren. Dass das Gedenken an Roma- und Sinti-Opfer dieses Jahr, 75 Jahre nach der Befreiung, kaum ein grosses mediales Ereignis ist, hält Ssassa und das Markus Reinhardt Ensemble nicht davon ab, selber und gemeinsam eine ausserordentliche Feier zu veranstalten: einen mitreissenden Konzerttag in Zürich. Und dies für ein gemischtes Publikum, Musikliebhaber in Zürich und der weiteren Umgebung, aber auch für Roma, Sinti und Jenische. Das Areal der Alten Kaserne nah beim Bahnhof in Zürich ist ein idealer Ort für das Ereignis.

Ein grosser Roma- und Sinti-Musikfächer

«Zigeuner-Musiker» können bekanntlich alles spielen. Ssassa und das Markus Reinhardt Ensemble erfüllen dieses wahre Klischee auf fulminante Weise. Die Ssassa-Roma-Musiker aus Mazedonien, Serbien, und der Türkei sowie die Musiker aus der Schweiz wissen ihren musikalischen Fächer aufzutun, die bulgarische charismatische Roma-Sängerin Meryem Anachkova ist ein derzeitiger perfekt ergänzender Gast von Ssassa mit ihrem Gipsy Groove, Tonfolgen aus dem Orient und Balkan-Rhythmen. Markus Reinhardt und sein Ensemble warten mit Swing auf, ihrem einprägsamen und ganz eigenen Sinti-Jazz – spontan abgelöst von einem traditionellen Roma-Lied oder von einem Walzer, der ein Mithäftling von Markus Reinhardts Grossvater im Lager im Auftrag der Nazis zu komponieren hatte. Sprühende Lebensfreude und Melancholie sind ein Geschwisterpaar beider Musikformationen.

Zur Musik auch die Lyrik

Der Konzerttag «Rroma» bietet den Besuchern auch eine lyrische Lesung: Gedichte von Roma, Sinti aus diversen Ländern und Jenischen aus der Schweiz. Es lesen Federico Pfaffen, der Theaterschaffender und Gründer des Zürcher Salon Theaters «Herzbaracke», und Rudi Rumstajn, Gitarrist des Markus Reinhardt Ensembles. Die Lesung mit Musik basiert auf einer Ausgabe der Schweizer Literaturzeitschrift orte mit dem Titel «Auf der Milchstrasse fahren wir davon» – dies eine Zeile aus dem Gedicht «Traum» des vor zwei Jahren verstorbenen Roma-Dichters Kujtim Paçaku aus dem Kosovo. Eine Zeile, die Programm ist von «Rroma» und diesem Konzerttag am 12. September in Zürich: Bewegung, Vergangenheit und Fahrt in die Zukunft.

MARKUS REINHARDT ENSEMBLE Ð Die Zigeuner kommen!
Markus Reinhardt Ensemble
Meryem Anachkova am Gypsy Festival 2019
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